Leipzig (KNA) Die Schriftstellerin Peggy Mädler hat sich für ein Verbot der AfD ausgesprochen. "Mittlerweile bin ich dafür, denn ich habe große Angst um unsere Demokratie", sagte sie am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Rande der Leipziger Buchmesse. Die 1976 in Dresde ...
Leipzig (KNA) Die Schriftstellerin Peggy Mädler hat sich für ein Verbot der AfD ausgesprochen. "Mittlerweile bin ich dafür, denn ich habe große Angst um unsere Demokratie", sagte sie am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Rande der Leipziger Buchmesse.
Die 1976 in Dresden geborene Mädler, die auf der Buchmesse ihren neuen DDR-Roman "Selbstregulierung des Herzens" vorstellt, hält die Demokratie für die beste Staatsform. "Jedes System hat zwar auch Fehler. Aber die Demokratie ist besser als die Systeme, die ich in meinem Leben kennengelernt habe", sagte Mädler.
Im Zuge der Debatte um ein AfD-Verbot argumentieren laut Mädler einige Leute, dass die Partei in einer Demokratie legitim wählbar ist. "Das ist das Dilemma, das ist die Dialektik der Demokratie", so Mädler. "Die Schwäche der Demokratie ist es, dass sie durch Parteien, die auf demokratischem Wege an die Macht kommen, ausgehebelt werden kann. Das haben wir 1933 gesehen." Man müsse sich fragen: Werde sich die Partei, die man wähle, auch nach der Wahl an demokratische Spielregeln halten oder nicht?
Mädler blickt dabei auch mit Sorge auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr. "Wir sehen ja die steigenden Zahlen für die AfD", sagte sie und verwies auch auf die Wahltrends im Westen.
"Ich schaue immer auf die Wahlen und bin eigentlich jedes Mal an einem Punkt wo ich mir wirklich denke: 'Liebe Leute, haltet inne, und schaut auch auf eure Kinder und unser Miteinander. Lasst euch nicht von Affekten leiten'", sagte sie.
Gleichzeitig gebe es für sie viele Dinge, die auch Hoffnung machten. Im ländlichen Raum, in dem sie oft unterwegs sei, sehe sie immer wieder Menschen, die sich für das Zusammenleben engagierten. "Wir sind so darauf angewiesen, dass wir aufeinander schauen - und dass wir Probleme gemeinsam lösen, ohne zu sagen: 'Das sind die Schuldigen.'"